Orientalische Düfte sind die dichteste, wärmste und verführerischste Familie der Parfümerie. Wenn es einen Duft gibt, der in Erinnerung bleibt – der Spuren hinterlässt, der an der Kleidung und im Gedächtnis der Menschen um dich herum haften bleibt – dann ist es wahrscheinlich ein orientalischer Duft. Sie sind komplexe, langanhaltende Düfte, perfekt für den Herbst, den Winter und jede Nacht, in der du Eindruck hinterlassen möchtest.
Der Ursprung der Orientalischen Düfte
Die orientalische Familie entstand Ende des 19. und Anfang des 20. Jahrhunderts, inspiriert von den Seidenstraßen, den Gewürzen des Nahen Ostens und der traditionellen arabischen Parfümerie. Die Verwendung von Oud, Weihrauch, Amber und Harzen war in der Parfümerie des Nahen Ostens seit Jahrhunderten üblich – die westliche Parfümerie übernahm sie und schuf Kompositionen, die die Branche revolutionierten.
Die charakteristischen Noten der Orientalischen Düfte
- Oud (Adelholz): der wertvollste Rohstoff der Parfümerie. Dunkel, komplex, mit animalischen und rauchigen Noten. Absoluter Hauptakteur in der arabischen Parfümerie und zunehmend präsent in der westlichen.
- Amber: warm, harzig und umhüllend. Es ist keine einzelne Substanz, sondern eine Komposition aus Vanille, Labdanum und Gewürzen, die zusammen dieses so charakteristische Wärmegefühl erzeugen.
- Weihrauch (Libanon): harzig, heilig und leicht rauchig. Verleiht jeder Komposition spirituelle Tiefe.
- Gewürze: Zimt, Nelke, Kardamom, Muskatnuss. Geben Wärme und Komplexität, ohne die Gesamtkomposition zu dominieren.
- Harze: Benzoe, Myrrhe, Labdanum. Fixieren den Duft und verleihen eine dunkle, mysteriöse Basis.
- Moschus: sinnlich und intim. Bei orientalischen Düften ist es meist ein dunkler und warmer Moschus, nicht der saubere Moschus der frischen Düfte.
Unterfamilien der Orientalischen Düfte
- Orientalisch würzig: Gewürze im Vordergrund auf Amber- und Holzbasis. Feurig und kraftvoll.
- Orientalisch floral: die Kombination von Blumen (vor allem Jasmin oder Rose) mit orientalischer Basis. Sinnlich und komplex.
- Orientalisch holzig: Oud, Sandelholz oder Vetiver als Rückgrat. Erdiger, tiefer und sehr langanhaltend.
- Gourmand orientalisch: Vanille und süße Gewürze auf orientalischer Basis. Suchtgefährdend und umhüllend.
Wann und wie man einen orientalischen Duft trägt
Orientalische Düfte entfalten ihre Wirkung in den kalten Monaten und in Situationen, in denen du Präsenz zeigen möchtest. Im Sommer oder in sehr geschlossenen Räumen können sie intensiv wirken. Im Winter, bei einem Abendessen, einer Veranstaltung oder einfach wenn du dich besonders fühlen möchtest, gibt es nichts Passenderes. Der Schlüssel ist, es mit der Menge nicht zu übertreiben: ein bis zwei Sprühstöße am Hals und an den Handgelenken reichen aus.
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