Sandelholz ist wahrscheinlich der beliebteste und am häufigsten verwendete holzige Rohstoff in der gesamten Parfümerie. Seine einzigartige Cremigkeit, seine einhüllende Wärme und seine Fähigkeit, jede Note, mit der es gemischt wird, zu verstärken, machen es unverzichtbar. Und auch in seiner wertvollsten natürlichen Form ist es äußerst selten.
Die Arten von Sandelholz und ihre Unterschiede
- Mysore-Sandelholz (Indien): das weltweit wertvollste. Cremig, warm, mit fast animalischen und floralen Noten. Santalum album. Seit den 90er Jahren in Indien geschützt, ist sein Export heute stark eingeschränkt. Außerordentlich teuer — mehr als 1.500 € pro Kilo für hochwertiges ätherisches Öl.
- Australisches Sandelholz (Santalum spicatum): trockener und weniger cremig als Mysore. Wird nachhaltig im Westen Australiens angebaut. Es ist heute die am häufigsten verwendete natürliche Alternative in der Industrie.
- Neukaledonisches Sandelholz (Santalum austrocaledonicum): mit einem klareren und weicheren Profil. Wird nachhaltig produziert.
- Synthetische Sandelhölzer: Moleküle wie Javanol, Polysantol, Ebanol oder Santaliff. Jede reproduziert einen Aspekt des natürlichen Sandelholzes — keine gleicht ihm vollständig, aber kombiniert kann man sich ihm ziemlich annähern.
Warum Sandelholz in der Parfümerie so besonders ist
Sandelholz hat eine einzigartige Eigenschaft: Es fixiert und verstärkt die anderen Noten, ohne ihnen die Aufmerksamkeit zu stehlen. Es wirkt als „Verstärker“ der Komposition — lässt das Florale stärker blühen, das Orientalische wärmer erscheinen, das Frische länger anhalten. Deshalb findet man es in der Basis vieler Parfums ganz unterschiedlicher Stilrichtungen.
Sandelholz in den großen Klassikern
Santal 33 von Le Labo machte Sandelholz zum absoluten Star und löste eine ganze Bewegung aus. Tam Dao von Diptyque, Samsara von Guerlain, Timbuktu von L'Artisan Parfumeur. Sandelholz erreicht selten die breite Öffentlichkeit, aber wenn doch, erzeugt es meist Suchtpotenzial.
0 Kommentare